Thema: High Performance Business Industrie: Versicherung Datum: April 2003 Zusammenfassung Versicherungsunternehmen im deutschsprachigen Raum sind trotz Kostendrucks in der Branche noch zurückhaltend beim Einsatz von Alternativen Sourcingmodellen. Dies ist umso erstaunlicher, als dass die Unternehmen, die bereits Erfahrung mit diesem Instrument gesammelt haben, mit den Ergebnissen zufrieden sind. Über 80 Prozent der 44 für die Studie befragten Vorstände und Führungskräfte in grossen und mittelgrossen Versicherungen im deutschsprachigen Raum haben bereits Erfahrungen mit dem Einsatz Alternativer Sourcingmodelle (Outsourcing, Co-Sourcing) gesammelt. Rund drei Fünftel der Versicherungsunternehmen lagern heute schon verschiedene Tätigkeiten aus - vor allem Informationstechnologie, aber auch Teile des Kundenservices, des Schadenmanagements, des Asset Managements, des Marketings und Vertriebs sowie Verwaltungsprozesse (etwa Rechnungs- oder Personalwesen). Mit den Ergebnissen dieser Massnahmen sind die Befragten durchaus zufrieden: Sie erzielten dadurch Kosteneinsparungen von bis zu 17 Prozent und steigerten gleichzeitig ihre Produktivität und die Qualität um ein Fünftel. Die Leistungstiefe outgesourcter Prozesse ist mit 12 Prozent bislang jedoch eher gering, knapp 90 Prozent der Leistungen werden von den Versicherungsunternehmen noch immer selbst erledigt. "De facto werden die meisten Geschäftsprozesse nach wie vor als Kernkompetenz betrachtet und intern abgewickelt. Gründe für die Zurückhaltung beim Einsatz von Sourcingmodellen sind uneinheitliche Prozesslandschaften, fehlende Kostentransparenz und der Mangel an regelmässigem Benchmarking, wodurch selten profitabilitätsorientiert gesteuert wird. Hinzu kommen Ängste vor einer Abhängigkeit vom Sourcing-Partner", erläutert Dr. Peter Maas, Mitglied der Geschäftsleitung des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen (I.VW-HSG). Über 75 Prozent der Versicherer sind der Meinung, dass Co-Sourcing und Outsourcing in der Versicherungsbranche in der Zukunft eine hohe Bedeutung erlangen werden und prognostizieren eine Wachstumsrate des Sourcingmarktes über alle Versicherungsprozesse hinweg von bis zu 30 Prozent. "Die Versicherungsindustrie steht vor grossen Herausforderungen. Alternative Sourcingmodelle können dabei eine Lösung sein", so Hendrik Jahn, Partner, Accenture. "Es geht allerdings nicht um einzelne Modellversuche, das gesamte Wertschöpfungs- und Geschäftsmodell der Unternehmen gehört auf den Prüfstand. Versicherungsunternehmen, die jetzt handeln, können klare Wettbewerbsvorteile erlangen". |