Die Schweiz hat die Herausforderungen der Globalisierung bisher mit Bravour gemeistert. Das belegen die regelmässigen Spitzenplätze unseres Landes in den verschiedenen Rankings zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit. In seltsamem Gegensatz dazu steht die öffentliche Diskussion, die beim Thema Globalisierung oft eher von Kleinmut und Befürchtungen geprägt ist. Dies ist umso erstaunlicher, als die Schweizer Wirtschaft auf eine lange und erfolgreiche Tradition der Internationalisierung zurückblickt. Selbstbewusster Aufbau als Stärke und Chance sowie gezielte Tätigkeiten zum Abbau von Schwächen und zur Nutzung von Chancen sind gerade in der Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit von grösster Bedeutung. Dabei wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Fehlende Rohstoffe und ein enger Heimmarkt zwangen die Unternehmen schon früh dazu, den Blick über die Grenzen zu werfen und nach Absatz- und Beschaffungsmöglichkeiten im Ausland zu suchen. Dies ist auch ein Grund, weshalb die Schweiz heute zu den wettbewerbsfähigsten und reichsten Volkswirtschaften der Welt zählt. Der bisherige Erfolg darf aber kein Ruhekissen sein. Der globale Wettbewerb der Zukunft um Kunden, Kapital, Talente, Ressourcen und Innovationen wird noch härter werden und sich direkt und indirekt massiv auf alle Schweizer Unternehmen auswirken. Gleichzeitig stehen wir am Beginn einer zweiten Globalisierungswelle, welche die Weltwirtschaft in den nächsten Jahrzehnten grundlegend verändern wird. Es entstehen neue ökonomische Machtzentren und globale Player – Accenture hat dafür den Begriff der „Multi-Polar World“ kreiert. In einer internationalen Studie haben wir untersucht, wie diese multipolare Welt von morgen aussehen wird. Das Resultat: Bis zum Jahr 2030 ist die wirtschaftliche Macht global auf viele Zentren verteilt, die weltweite ökonomische Interdependenz wird deutlich ansteigen. Dazu hier nur eine Zahl: Im Jahr 2025 werden die Schwellenländer rund 61% der globalen Wirtschaftskraft auf sich vereinigen. Eine zentrale Rolle spielen dabei neue multinationale Unternehmen aus Nicht-OECD-Staaten. Aufbauend auf der internationalen Studie ging Accenture der Frage nach, was dies für die Schweizer Volkswirtschaft bedeutet. Daraus haben wir die Voraussetzungen abgeleitet, die erfüllt sein müssen, damit wir weiterhin mit Erfolg auf dem internationalen Wirtschaftsparkett mitspielen können. Die Ausgangslage dafür ist intakt, aber es gilt, im Spannungsfeld von Beständigkeit und Wandel den Transformationsprozess rechtzeitig aus der heutigen Position der Stärke heraus aktiv und gezielt zu gestalten. |