„Je grösser, desto erfolgreicher“. Dieser Zusammenhang gilt in der Energieversorgungsbranche offenbar nur mit Einschränkungen. Gerade mittlere Energieversorgungsunternehmen (EVU), die durch Fusionen und Zukäufe oder Neukunden gewachsen sind, konnten ihre Grössenvorteile bislang nur begrenzt in Unternehmenserfolg umsetzen. Dies ist eines der Resultate aus der aktuellen Studie „Value Creator II“, für die der Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture und die International University Bremen (IUB) die Ergebnisse von 92 Energieversorgern in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert haben. „Grösse kann das Unternehmensergebnis positiv beeinflussen. Dies beweisen die grossen Energieversorger", sagt Dr. Henning Pfaffhausen, Partner und Leiter des Geschäftsbereichs Versorgungswirtschaft bei Accenture. „Ihnen ist es zunehmend gelungen, Synergien ihrer Unternehmensgrösse in positive Ergebniseffekte umzuwandeln." Die mittleren Versorger müssen dagegen zunächst die Optimierungspotenziale in der Energiebeschaffung, der Kundenbetreuung beziehungsweise in den Shared Services realisieren, bevor ihre Grösse zum ergebniswirksamen Vorteil wird. Energieversorger können Grösse nicht nur durch Fusionen, Akquisitionen und neue Kunden erreichen. Dies zeigt eine der Erfolgsdeterminanten der Energiebranche: Netzwerke schaffen Erfolgspotenziale. So stieg die Umsatzrendite von kooperierenden Versorgern im Betrachtungszeitraum der Studie (1999 bis 2003) um fast zwei Prozent, während sie bei anderen Energieversorgern stagnierte. Der Grad der Eigenproduktion hat sich zu einem der erfolgskritischen Faktoren entwickelt. Vor allem bei mittleren Versorgern, die Energie in hohem Masse selbst produzieren, vernichtet diese Eigenproduktion Unternehmenswert. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt in der erhöhten Markteffizienz auf der Grosshandelsstufe. Dazu Dr. Henning Pfaffhausen: „Vor allem kleine und vertikal integrierte Kraftwerksbetreiber müssen sich die Frage nach ihren Kernkompetenzen stellen. Für sie gilt es, eine Strategie zu entwickeln, Anlagen kostenoptimal und risikoneutral zu finanzieren, zu bauen und zu betreiben sowie überschüssigen Strom bestmöglich zu verkaufen und Fehlmengen preisgünstig einzukaufen." Auch die Kundenstruktur hat einen massgeblichen Einfluss auf Unternehmenserfolg und Umsatzentwicklung. So erhöht ein grosser Privatkundenanteil zwar den Erfolg, die Energieversorger konnten aber die gestiegenen Ergebnisbeiträge nicht mit entsprechenden Umsatzsteigerungen verbinden. Besser sieht es bei den Industriekunden aus: Ein hoher Anteil in diesem Kundensegment erhöht eindeutig den Erfolg. Dagegen wirkt sich ein hoher Kundenanteil von Weiterverteilern im Untersuchungszeitraum eindeutig negativ auf den Erfolg und das Umsatzwachstum aus. Exzellente Geschäftsprozesse sind grundsätzlich ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Energiebranche. So konnten etwa die 10 Unternehmen mit den effizientesten Prozessen – gemessen an den Days Sales Outstanding (DSO) - deutlich höhere Umsätze pro Mitarbeiter und gleichzeitig geringere Personalaufwendungen erreichen, als die 10 Unternehmen mit den am wenigsten effizienten Prozessen. Weitere Informationen: Accenture Campus Kronberg 1 61476 Kronberg im Taunus Sonja Fink Tel.: (06173) 94 66 273 Fax: (06173) 94 46 273 E-Mail: sonja.fink@accenture.com To Top
|