Kronberg, 7. Juli 2009 – Indien wird als Forschungsstandort und Absatzmarkt für Arzneimittel immer interessanter. Davon sind viele internationale Pharma-Unternehmen überzeugt. Der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture hat im Rahmen einer Marktstudie Entscheidungsträger von Herstellern befragt, die bereits in Indien agieren. „Es ist die Kombination mehrerer Vorteile und Perspektiven, die Indien so relevant für die globale Wertschöpfungskette multinationaler Pharma-Unternehmen macht", sagt Alexander Meyer auf der Heyde, Senior Manager Pharmazeutische Industrie bei Accenture New Delhi. In fünf Jahren sei der Subkontinent ein interessanter bis sehr interessanter Standort für Forschung & Entwicklung, geben neun von zehn Befragten an. Sechs von zehn Entscheidern sagen, er sei es bereits heute. Nach Einschätzung der Studienteilnehmer liegen die Einsparungen für klinische Forschung in Indien heute bei bis zu 35 Prozent. Auch in fünf Jahren werde man dort noch bis zu 30 Prozent der Zeit und bis zu 25 Prozent der Kosten sparen können. Ein wesentlicher Grund dafür: Geeignete Test-Patienten lassen sich in Indien schneller rekrutieren als in westlichen Ländern. Meyer auf der Heyde geht davon aus, dass der Anteil der klinischen Forschung, die in Indien erfolgt, von heute zwei auf 15 Prozent im Jahr 2013 steigen wird. Gleichzeitig wächst der indische Markt für Medikamente, um jährlich zwölf Prozent. Im Jahr 2015 wird er zu den zehn größten der Welt gehören. Doch das Land wird bereits in fünf Jahren ein sehr interessanter Absatzmark sein. Das glauben sieben von zehn Befragten. Für das Wachstum sorgt, dass immer mehr Inder Zugang zu medizinischer Versorgung bekommen. Private Krankenversicherungen verzeichnen Zuwachsraten von 25 Prozent pro Jahr. Großes Potenzial in Indien haben Medikamente gegen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Zivilisationskrankheiten verbreiten sich stark. Im Jahr 2020 ist Indien das Land mit den meisten Herz- und Diabetes-Kranken, prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Meyer auf der Heyde: „Bis 2005 gab es keinen mit westlichen Ländern vergleichbaren Patentschutz in Indien. Das hat sich geändert, und auf mittlere Sicht werden patentgeschützte Präparate auch im indischen Markt eine große Rolle spielen. Die Dominanz der Generika-Hersteller wird zurückgehen, was den Markt für innovative Medikamente öffnet.“ Ein weiterer Faktor spräche für Indien: „Dort haben die Unternehmen Zugang zu sehr vielen Hochqualifizierten, die in Nordamerika und Europa rar werden.“ Doch hat der indische Markt auch viele Stolperfallen. Die Preise für Medikamente zähen zu den weltweit niedrigsten. Das erschwert die wirtschaftliche Verbreitung und Vermarktung. Zudem sind viele Arzneien staatlicher Preiskontrolle sowie komplizierter und widersprüchlicher Besteuerung unterworfen. Die Erschließung des Markts wird noch dadurch erschwert, dass umfassende Marktdaten kaum vorhanden und die Vertriebsstrukturen stark zersplittert sind. Allein die Größe des Landes und die riesigen Unterschiede bei Infrastruktur und Lebensstandard machen es unmöglich, die anderswo etablierten Geschäftsmodelle direkt auf den indischen Markt zu übertragen. Über die Studie Für die Studie "India's Potential as Part of a Global Pharmaceutical Value Chain" hat Accenture eine Fülle von Marktdaten analysiert. Weiter wurden mehr als 20 Entscheidungsträger internationaler Pharma-Unternehmen interviewt, wie sie den indischen Markt einschätzen, die Hälfte davon aus den 20 weltweit größten Unternehmen der Branche. Die komplette Studie steht Ihnen in unserem Research & Insights Bereich als Download zur Verfügung. Weitere Informationen: Accenture Campus Kronberg 1 61476 Kronberg im Taunus Jens Derksen Tel.: (06173) 94 61 393 Fax: (06173) 94 41 393 Zum Anfang |