Kronberg, 23. Mai 2006 – Die Mehrheit der europäischen Versicherer glaubt, dass die EU-Richtlinie Solvency II die Risiko- und Kapitalmanagementfunktionen ihrer Unternehmen verbessern wird. Etwa die Hälfte der Unternehmen hat bereits Programme zur Umsetzung der Richtlinie gestartet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture. Nahezu vier Fünftel (78 Prozent) der im Rahmen der Studie befragten 37 europäischen Versicherungsunternehmen glauben, dass Solvency II die Transparenz und Kontrolle ihres Risiko- und Kapitalmanagements verbessern wird. Obwohl der finale Text der Vorschrift nicht vor Februar 2007 und die Umsetzung nicht vor dem Jahr 2010 erwartet werden, hat bereits etwa die Hälfte der Versicherer (49 Prozent) Programme zur Planung und Umsetzung von Solvency II gestartet. Ein weiteres Viertel (24 Prozent) ist aktuell damit beschäftigt, solche Programme aufzusetzen. „Solvency II genießt in der europäischen Versicherungsbranche große Aufmerksamkeit", so Eva Dewor, Geschäftsführerin im Bereich Versicherungen bei Accenture und weltweit zuständig für das Thema Solvency II. „Über die reine Erfüllung der Richtlinie hinaus sehen die Versicherer die Möglichkeit, durch die Umsetzung strategische Vorteile im Markt zu erzielen." Dies bestätigt auch die Studie. So erwarten zwei Fünftel (41 Prozent) der Studien-teilnehmer, dass sie aus der Umsetzung Solvency II Wettbewerbsvorteile generieren können. Etwa ein Viertel (24 Prozent) glaubt, dass Solvency II ihnen ein verbessertes Rating der Kreditwürdigkeit bringen wird. Weitere ausgewählte Ergebnisse: - Solvency II-Programme sind in vielen Unternehmen eine Top-Management-Aufgabe. Ein Drittel der Befragten (32 Prozent) gibt an, dass sich ein Vorstandsmitglied des Unternehmens um dieses Thema kümmert.
- Viele Versicherer glauben, dass Solvency II die Integration und Leistung wichtiger Unternehmensfunktionen verbessern wird. Zwei Fünftel gehen davon aus, dass Solvency II einen „bedeutenden Zuwachs" beim Integrationsgrad ihrer Mathematik-, Risiko- und Finanzfunktionen bringen wird. Etwa ein Drittel (30 Prozent) der Befragten glaubt an ein „bedeutendes Wachstum" im Bereich der Prozesseffizienz zwischen diesen Funktionen und ihren Unternehmenssparten.
Zur Studie: Für die Studie befragte das Marktforschungsunternehmen Kadence im Auftrag von Accenture 37 Versicherungsunternehmen, vor allem Lebens-, Sach- und Unfallversicherer. Rund ein Drittel der Unternehmen erzielt jährliche Bruttoprämieneinnahmen von mehr als 10 Milliarden Euro. Acht der im Rahmen der Studie befragten Versicherungsunternehmen haben ihren Sitz in Deutschland, 12 in Großbritannien, sechs in Frankreich, fünf in Spanien und jeweils drei in Italien und in Skandinavien. Zu Solvency II: Mit Solvency II sollen die nationalen Solvabilitätsvorschriften für Versicherungsunternehmen in Europa harmonisiert werden. Hinzu kommen neue Eigenkapitalregeln für die Absicherung von Risiken und Verbindlichkeiten. Das erklärte Ziel der Richtlinie ist ein verbesserter Schutz der Versicherungsnehmer und Anteilseigner durch den Aufbau eines gemeinsamen Solvabilitätssystems in Europa, das sich an dem tatsächlich eingegangenen Risiko eines Versicherungsunternehmens orientiert. |