Kronberg, 2. Mai 2006 - Die Automobilzulieferer geraten aufgrund des wachsenden globalen Wettbewerbs und enormen Preisdrucks immer stärker unter Zugzwang. Umstrukturierungen und Verlagerung der Produktion ins Ausland sind nahezu unumgänglich, um im internationalen Wettbewerb langfristig bestehen zu können. Dabei sind – wie eine aktuelle Sieben-Jahres-Analyse der 31 größten internationalen börsengehandelten Automobilzulieferer zeigt - vor allem diejenigen Zulieferer erfolgreich, die ihre Wettbewerbsstrategien und Geschäftsmodelle konsequent an der Positionierung ihrer Produkte ausrichten. „Um zu den ,Besten der Besten’ ihrer Branche zu gehören, ist es essentiell, dass Zulieferer die Positionierung ihrer Produkte am Markt kennen und entsprechend handeln“, sagt Andreas Baier, Geschäftsführer für den Bereich Automobilindustrie bei Accenture. Hersteller von großvolumigen Basisteilen können sich lediglich über den Preis differenzieren. Das Geschäftsmodell dieser so genannten Niedrigpreisanbieter ist darauf ausgerichtet, die Kostenführerschaft in ihrem Segment zu erzielen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Optimierung des Material- und Produktions-kostenanteils. Die Einsparungspotentiale in diesem Kostenblock werden vor allem durch Auslagerungen von Beschaffung und Produktion in Länder mit geringen Lohnnebenkosten wie Osteuropa, Indien oder China erzielt. Zunehmend werden auch Back-Office-Prozesse wie Personal- (Human Resources) und Rechnungswesen (Finance & Accounting) sowie der Einkauf (Procurement) in diese Länder verlagert. Automobilzulieferer, die hingegen auf komplexe und hoch technisierte Produkte spezialisiert sind (z.B. Zulieferer von Elektrowaren, Sicherheitssystemen etc.), heben sich durch Differenzierungs- und Innovationstrategien von ihren Konkurrenten ab. Diese so genannten Nischenanbieter nehmen eine technologische Vorreiterrolle am Markt ein und sind dadurch in der Lage, ihre Produkte im Hochpreis-Segment anzusiedeln. Im Gegensatz zu den Kosten für die Basisteile wird der finanzielle Aufwand für diese innovativen Produkte dem Endkonsumenten durch den Automobilhersteller direkt über den Fahrzeugpreis in Rechnung gestellt. Der Kunde wiederum profitiert in diesem Fall von langfristigen Kostenvorteilen dadurch, dass aufgrund der innovativen Technologie oder der Verwendung neuer, leichterer Materialien in seinem Fahrzeug beispielsweise die Energiekosten signifikant gesenkt werden können. Laut Accenture-Studie haben einige Zulieferer diese beiden Strategien erfolgreich miteinander kombiniert und bieten sowohl Volumenprodukte als auch hoch technisierte Produkte in ihrem Portfolio an. Erfolg versprechend ist die Strategie der sogenannten „hybriden“ Hersteller jedoch nur, wenn die Verantwortungsbereiche der beiden Produktlinien klar von einander getrennt sind. Gemein ist den beiden ungleichen Produktlinien lediglich eine übergeordnete Holding, unter der sie am Markt auftreten. „Die derzeitige Marktstärke der führenden Zulieferer ist vor allem auf ihre Effizienz und Kundenorientierung zurück zu führen. Ihr Erfolg zeigt, wie man in einer zunehmend komplexen Branche mit gleichzeitig wenigen Marktteilnehmern auf Kundenseite erfolgreich agieren kann” sagt Baier. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: - Trotz enormer Herausforderungen haben die großen Automobilzulieferer den Total Shareholder Return (TSR) der vergangenen sieben Jahre übertroffen.
- Durch kontinuierliche Investitionen in die Bereiche Forschung und Produktentwicklung verzeichneten die befragten Unternehmen einen konstanten Ertragszuwachs.
- Im Rahmen der Studie ließ sich kein Unterschied in M&A-Aktivitäten erfolgreicher und weniger erfolgreicher Zulieferer feststellen. Jedoch differenzieren sich erfolgreiche Automobilzulieferer von ihren Wettbewerbern dadurch, dass sie im Rahmen konsequenter Post-Merger-Strategien Synergien schneller nutzen, und dadurch letztendlich einen entscheidenden Kostenvorteil erzielen konnten.
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