Kronberg, 7. November 2005 - Sie gelten als das Rückgrat ihrer Unternehmen. Doch die Stimmung der mittleren Angestellten ist schlecht. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) ist mit ihrer Firma unzufrieden. Die Hälfte (51 Prozent) gibt an, einigermaßen zufrieden zu sein, aber nur 23 Prozent sehen ihren Job uneingeschränkt positiv. Dies ergab eine aktuelle internationale Umfrage des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture für Deutschland. Hauptgründe für die schlechte Stimmung sind die nach wie vor trüben Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und als unzureichend wahrgenommene Karriereperspektiven. Erschwerend kommt hinzu, dass die Leistungen der Unternehmen zur Bindung und Förderung der Führungskräfte relativ kritisch gesehen werden. Nur wenige Bereiche wie Zusatzleistungen (66 Prozent), Arbeitsbedingungen (52 Prozent) und flexible Arbeitsplatzmodelle (45 Prozent) werden als „gut“ oder „ausgezeichnet“ bewertet. Deutlich niedrigere Werte erhalten die Karriereperspektiven (25 Prozent gut oder exzellent), die Bezahlung (28 Prozent) und der Informationsaustausch mit den Vorgesetzten (28 Prozent). Alarmierend ist auch: Nur jeweils 39 Prozent der Befragten geben ihren Unternehmen gute und sehr gute Noten in punkto Innovation sowie Aus- und Weiterbildung. „Die sinkende Loyalität des mittleren Managements ist bedenklich“, sagt Norbert Büning, Geschäftsführer im Bereich Human Performance bei Accenture in Deutschland. „Es besteht Handlungsbedarf, wenn entscheidende Mitarbeiter bei ihren gegenwärtigen Arbeitgebern unzufrieden sind. Insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels müssen die Unternehmen mit innovativen Anreizsystemen und Organisationsformen gegensteuern.“ Der Umfrage zufolge hat ein erheblicher Anteil des mittleren Managements in Deutschland wenig Vertrauen in die Führung seines Unternehmens. Fast ein Drittel (30 Prozent) der Befragten glaubt, dass ihre Unternehmen schlecht geführt werden. Nur 12 Prozent bezeichnen ihre Firma als „erfolgreich“ (international: 22 Prozent), und lediglich 7 Prozent betrachten sie als „lernfähig“. Und: Das Frustpotenzial im mittleren Management ist hoch. 68 Prozent der Beschäftigten fühlen sich unzureichend bezahlt, und 62 Prozent meinen, ihre Leistung werde nicht entsprechend gewürdigt. International sind diese Werte mit 49 beziehungsweise 43 Prozent sehr viel besser. 51 Prozent hadern mit der Balance zwischen Arbeit und Privatleben, und 45 Prozent können keinen klaren Karriereweg erkennen. Die Folge: 22 Prozent der Befragten schauen sich mittlerweile nach einem neuen Job um, und immerhin 23 Prozent denken über diesen Schritt nach. „Ein linearer Karriereverlauf wird künftig eher die Ausnahme als die Regel sein“, sagt Büning. „Deshalb müssen Wissen und Erfahrung des mittleren Managements besser genutzt, gefördert und belohnt werden. Wirksame Personalentwicklung ist also darauf angewiesen, Wissensmanagement, Bildung, Arbeitsplatztausch, Projektarbeit und berufliche Auszeiten in neue Konzepte zu integrieren.“ Zur Studie Die internationale Online-Umfrage wurde im August 2005 von dem Marktforschungsunternehmen International Communications Research im Auftrag von Accenture durchgeführt. In Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den Vereinigten Staaten beteiligten sich daran 1.025 Mitarbeiter, die sich selbst dem mittleren Management zurechnen. |