Frankfurt/Main, 15. Juni 2005 –Deutsche Hochschulabsolventen sehen ihrer beruflichen Zukunft zuversichtlich entgegen: Der Großteil ist überzeugt, bald nach dem Studium einen Job zu finden – noch dazu einen guten, der den eigenen Erwartungen entspricht. In punkto Optimismus bei der Jobsuche haben deutsche Absolventen damit im Vergleich zu ihren Kommilitonen in Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA ganz klar die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture, bei der in jährlicher Folge Hochschulabsolventen zu ihren beruflichen Erwartungen befragt werden. Auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück gegangen sind: Deutsche Hochschulabsolventen scheinen nach wie vor keine Angst vor ihrer beruflichen Zukunft zu haben. Mit 54 Prozent (2004: 58%) ist mehr als die Hälfte überzeugt, nach spätestens sechs Monaten eine Vollzeit-Anstellung zu finden – ebenso wie ihre Kommilitonen in Spanien. Noch zuversichtlicher sind da lediglich die Absolventen aus Großbritannien und den USA: Mit 69 Prozent bzw. 61 Prozent sind sie die Optimisten unter den Hochschul-Abgängern. Die geringsten Hoffnungen bei der Jobsuche machen sich - ebenso wie im vergangenen Jahr - die Franzosen mit 41 Prozent. Doch wird der erste Job auch gleich der Traumjob sein? Amerikaner (53%) und Deutsche (47%) haben daran kaum Zweifel, anders jedoch die Absolventen in Großbritannien (36%), Frankreich (27%) und Spanien (21%). Allerdings haben die deutschen Akademiker auch gezielte Erwartungen an ihren künftigen Traumjob geknüpft: Ebenso wie im Vorjahr steht für 86 Prozent (2004: 84%) eine gute Bezahlung an erster Stelle, womit sie immerhin 10 Prozent über dem internationalen Durchschnitt liegen - nur die Spanier übertreffen dies noch (95%). Zudem stehen bei 67 Prozent der Absolventen Trainingsprogramme im Mittelpunkt der Erwartungen (2004: 61 %) – Tendenz steigend. Und auch der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten hat gegenüber dem vergangenen Jahr zugenommen: 64 Prozent (2004: 59%) knüpfen dies als Voraussetzung an ihren künftigen Arbeitsplatz, gegenüber 61 Prozent im internationalen Vergleich. Auch wenn der Management-Nachwuchs bei den Anforderung an den künftigen Job sehr genaue Vorstellungen hat - bei der Beurteilung der eigenen Kompetenzen sind die Absolventen doch eher zurückhaltend: 21 Prozent der in Deutschland Befragten meinen, den Arbeitgeber insbesondere durch eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit zu überzeugen (2004: 27%) – eine Qualifikation, die auch international an erster Stelle steht (23%). Anders verhält es sich bei der Bedeutung der Fähigkeit, „anspruchsvolle Arbeit im vorgegebenen zeitlichen Rahmen leisten“: Stand diese im vergangenen Jahr mit 28 Prozent noch relativ weit oben auf der Agenda, stufen die Absolventen dies nun – ebenso wie die Kompetenz, das im Studium gelernte Wissen in der Praxis gezielt anzuwenden - mit je 18 Prozent als eher geringfügig ausschlaggebend ein – und liegen damit auf einer Linie mit dem internationalen Durchschnitt (20%). Weitere Ergebnisse im Überblick: - Internet als bevorzugtes Medium bei der Jobsuche: 72 Prozent der Hochschulabsolventen planen, im Internet auf Jobsuche zu gehen (Deutschland: 81%), 67 Prozent setzten auf den Versand von Initiativbewerbungen (Deutschland: 83%) und 54 Prozent bauen auf persönliche Kontakte (Deutschland: 54%).
- Hochschulabsolventen nehmen ihre Karriere ernst: Bis zum Antritt einer Vollzeitstelle sind 59 Prozent der Absolventen bereit, auch Teilzeit zu arbeiten (Deutschland: 58%), 58 Prozent möchten Weiterbildungen machen (Aufbaustudium, Workshops etc.) (Deutschland: 48%), 57 Prozent planen, ihre Zeit mit Lesen zu überbrücken (Deutschland: 51%).
- Gesundheitsbranche bevorzugt: Beim Start in den Job möchten die Nachwuchs-Manager bevorzugt in den Bereichen Gesundheitswesen (11%), Medien & Unterhaltungsbranche (10%) sowie Finanzdienstleister (7%) tätig werden. Unter den deutschen Absolventen liegt die Unterhaltungsbranche (13%) an erster Stelle, gefolgt von der Gesundheitsbranche (10%) und dem Kommunikationsbereich (7%).
Methodik der Studie Der Studie liegt eine im Zeitraum April bis Mai 2005 vom Marktforschungsinstitut Lightspeed durchgeführte Online-Befragung unter 1600 Studenten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA zugrunde. Die repräsentative Befragung richtete sich an Männer und Frauen zwischen 20 und 26 Jahren, die ihr Hochschulstudium sechs Monate zuvor abgeschlossen hatten oder es in den folgenden sechs Monaten abschließen werden. |