Kronberg, 12. Juli 2005 – Das gängige Klischee, nach dem der Verbraucher hinter dem Konzept des „Digital Home“, dem vernetzten Haus, in erster Linie einen Kühlschrank vermutet, der automatisch Lebensmittel ordert sobald der Vorrat ausgeht, ist überholt. Dies hat eine repräsentative Umfrage des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture ergeben. Die Verbraucher tendieren vielmehr dazu, die Verfügbarkeit von digitalen Diensten für den Haushalt zu überschätzen. Zudem möchten sie sämtliche diesbezüglichen Produkte und Dienstleistungen möglichst aus einer Hand beziehen. Für die Umfrage „Digital Home Solutions: Issues, Trends and Consumer Insights“ hat Accenture 2.600 Verbraucher befragen lassen, darunter 400 Personen in Deutschland. Das Thema „Digital Home“, ein Zuhause, in dem Computertechnologie, Kommunikationsfähigkeiten und Unterhaltungsmöglichkeiten in einer Lösung integriert sind, hat mittlerweile breite Bevölkerungsschichten erreicht. Zwischen 68 und 70 Prozent der Konsumenten haben bereits von solchen Anwendungen gehört. Dabei stößt das Thema auf hohes Interesse: 18 Prozent aller Befragten glauben , dass „Digital Home“-Angebote bereits auf dem Markt sind, und weitere 51 Prozent erwarten dies innerhalb der nächsten drei Jahre. Den Erwerb und den Betrieb eines solchen Angebots möchten 70 Prozent der Konsumenten (61 Prozent in Deutschland) von einem einzigen Lieferanten beziehen. „Trotz dieses eindeutigen Wunsches potenzieller Kunden haben viele tätige Unternehmen bislang keine Komplettlösung im Angebot“, sagt Nikolaus Mohr, Partner im Bereich Media & Entertainment bei Accenture in Deutschland. „Will man in diesem Markt erfolgreich sein, werden Partnerschaften zwischen Anbietern von Hardware und den dazugehörigen digitalen Inhalten sowie Dienstleistern mit entsprechender Technologie-Kompetenz zum ausschlaggebenden Erfolgskriterium.“ Im Fokus der Konsumenten steht bei digitalen Anwendungen für zuhause eindeutig der Unterhaltungsbereich. Bei der Wahl zwischen vier Paketen (Home Entertainment, Family Health Care, Home Management und Virtual Office) entscheiden sich weltweit die meisten Verbraucher (42 Prozent) dafür. Auch 36 Prozent der Deutschen bevorzugen das Home Entertainment, gefolgt vom virtuellen Büro (34 Prozent). Eine Mehrheit der Konsumenten verbindet mit einem vernetzten Zuhause die Erwartung, Geld zu sparen (56 Prozent international, 51 Prozent in Deutschland). 46 Prozent der Befragten hoffen auf Erleichterungen in ihrem Alltag (34 Prozent in Deutschland) und 40 Prozent erwarten eine Zeitersparnis (38 Prozent in Deutschland). Dabei betonen Frauen die Vorteile für das tägliche Leben, während Männer vorwiegend auf die technischen Möglichkeiten und Kontrollfähigkeiten dieser Lösung setzen. Doch bevor das Realität wird, müssen aus Sicht der Verbraucher noch einige Hindernisse überwunden werden. Dazu zählen in erster Linie die Kosten eines solchen Angebots (79 Prozent international, 76 Prozent in Deutschland) sowie Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes (40 Prozent international, 36 Prozent in Deutschland). Nur vier Prozent der Befragten glauben, dass sie sich „Digital Home“-Services bereits heute leisten könnten. Weitere 48 Prozent meinen, dies werde innerhalb der nächsten fünf Jahren der Fall sein. Doch beinahe ein Viertel aller Konsumenten geht davon aus, dass sie diese Dienste niemals bezahlen werden können. Gleichwohl sind die Verbraucher bereit, dafür Geld auszugeben: 65 Prozent würden ein Angebot abonnieren und für automatisierte Mehrwertdienste wie Datensicherung, Systemsupport und spezielle Inhalte, zum Beispiel für die Sammlung medizinischer Daten, zwischen 20 und 50 US-Dollar monatlich bezahlen. „Die Verbraucher werden sich zunehmend zu einem Motor für die Entwicklung von digitalen Heim-Angeboten entwickeln“, meint Nikolaus Mohr. „Doch die Technologie ist dabei nur ein Aspekt. Geschäftsmodelle und Kundenservice sind beinahe genauso wichtig wie das Produkt. Wenn man die Wünsche der Verbraucher nicht ernst nimmt, wird das Konzept des ,Digital Home’ eine Vision bleiben.“ Zur Studie Mit der Umfrage hat Accenture das unabhängige Marktforschungsinstitut Research International beauftragt. Research International befragte dafür zu Beginn des Jahres 2005 insgesamt 2.600 Personen: jeweils 400 in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Japan sowie 1.600 in den Vereinigten Staaten. Davon waren 35 Prozent zwischen 18 und 34 Jahre alt, 44 Prozent zwischen 35 und 54 Jahre, 21 Prozent zwischen 55 und 65 Jahre. Die Teilnehmer stellen einen repräsentativen Querschnitt aller Konsumenten des jeweiligen Landes dar. Download Studie [PDF, 261K] PDF Help |