Kronberg, 05. August 2005 –Die Übernahme der Münchner Fernsehkette ProSiebenSAT1 durch den Axel Springer Verlag ist die logische Folge einer zunehmenden Konvergenz der Medien, kommentiert der Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture die heutige Übernahmeankünmdigung. „Es erscheint zunehmend sinnvoll, dass sich die Medienunternehmen auf mehrere Publikumsformate konzen¬trieren, um den zukünftigen Entwicklungen der Branche Rechnung zu tragen“, sagt Nikolaus Mohr, Partner im Bereich Media & Entertainment bei Accenture in Deutschland. „Sie sind vielmehr gezwungen, mehrere Klaviaturen zu spielen und multimedial zu werden, um unterschiedliche Konsumentengruppen zu erreichen und die neuen technologischen Möglichkeiten auszuschöpfen.“ Medienunternehmen werden heute von zwei Seiten in die Zange genommen. Auf der einen Seite stagnieren die Werbeeinnahmen und schrumpfen die Auflagenzahlen. Auf der anderen Seite sinkt die Bindung der Konsumenten an bestimmte Medienkanäle und -formate. Der Verbraucher verhält sich zunehmend kritischer, wählerischer und wechselwilliger. Dieses Verhalten und die technologischen Möglichkeiten, wie etwa die Digitalisierung der Inhalte und die Verfügbarkeit unterschiedlicher Distributionskanäle, treiben die Konvergenz und den Wettbewerb der Medienunternehmen mit Telekommunikationskonzernen und den Herstellern von Unterhaltungselektronik voran. Die zu beobachtende Konvergenz schlägt sich auch in dem sich beschleunigenden Konzentrationsprozess in der Medienbranche nieder. Die Zahl der Fusionen und Beteiligungen wird auch in diesem Jahr zunehmen. Die Medienbranche muss an mehreren Fronten gleichzeitig am Ball bleiben: Neben der permanenten Erforschung des Kundenverhaltens und der ständigen Optimierung eigener Angebote, muss sie auch die Entwicklung und den Einsatz nutzerfreundlicher, innovativer Technologien, wie etwa Breitbandzugang, vorantreiben. Nur beides zusammen versetzt die Unternehmen in die Lage, Wettbewerbsvorteile zu generieren und auszuschöpfen. „Die eigentliche Herausforderung für die Medienunternehmen besteht aber darin, die Synergieeffekte der Medienkonvergenz zu nutzen und eine große Bandbreite von Formaten und Inhalten zu entwickeln, ohne jedoch das eigene Profil und das Gespür für die anzusprechenden Zielgruppen zu verlieren“, sagt Nikolaus Mohr. „Hierzu bedarf es einer klar umrissenen Zielgruppendefinition sowie einer deutlichen Fokussierung auf die Bedürfnisse der verschiedenen Kundensegmente.“ |