Wien, 2. März 2009 – Die Mehrheit der 3.600 interviewten ArbeitnehmerInnen aus 18 Ländern bauen ihre beruflichen Fertigkeiten kontinuierlich aus, um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu bestehen. Österreichische Managerinnen sind mit 38 Prozent, im Gegensatz zu nur 26 Prozent ihrer männlichen Kollegen, motivierter, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Das geht aus der aktuellen Diversity-Studie „Untapped Potential: Stretching Toward the Future“ des internationalen Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture hervor. „Frauen sind fit für Führungsaufgaben und motiviert, sich Herausforderungen zu stellen. Sie werden aber in ihren Karriereansprüchen immer noch nicht ernst genug genommen und dementsprechend auch nicht ausreichend gefördert,“ zieht Dr. Heidemarie Schutt, Partnerin bei Accenture Österreich, Bilanz über die Studienergebnisse 2008. Nicht gefordert, wenig gefördert 46 Prozent der befragten Frauen in Führungspositionen fühlen sich im Job nicht wirklich herausgefordert. Interessanterweise empfinden sich sechs von zehn Frauen trotzdem als „erfolgreich“ bzw. „sehr erfolgreich“. „Derart unangetastetes Potenzial wird Unternehmen – gerade in der „Krise“ – zu intensiverem Ausschöpfen brachliegender Ressourcen zwingen. Herausforderung und gezieltes Mentoring schaffen selbstbewusste, kompetente, motivierte und loyale MitarbeiterInnen“, so Schutt. Schwellenländer sind selbstbewusst Während 90 Prozent der MexikanerInnen und 89 Prozent der BrasilianerInnen auf ihre Fähigkeiten vertrauen, zeigen sich die ÖsterreicherInnen mit 74 Prozent deutlich weniger selbstbewusst. Auch am Arbeitsplatz ist das Verhalten weltweit unterschiedlich. Hierzulande fordern nur 32 Prozent der ArbeitnehmerInnen von ihren Vorgesetzten herausfordernde Aufgaben ein (38 Frauen und 26 Prozent Männer). In Mexiko, Indien und Brasilien sind es 71, 69 bzw. 61 Prozent. Frauen übernehmen Karriereverantwortung 59 Prozent der weiblichen Führungskräfte bezeichnen sich als „erfolgreich“ bzw. „sehr erfolgreich“. Knapp die Hälfte der Frauen, die sich als „sehr erfolgreich“ bezeichnen geben an, mehr als die erwartete Verantwortung in ihrem Job vorzufinden. Trotzdem sind 81 Prozent der „erfolgreichen“ Frauen bereit, zusätzliche Aufgaben wahrzunehmen, um ihre Karriere weiter voranzutreiben. Die Bereitschaft, sich neue Fähigkeiten anzueignen, die die nächste Karrierestufe verlangt, zeigen 78 Prozent der „erfolgreichen“ Studienteilnehmerinnen. Mentoring wird geschätzt, aber nicht genützt Frauen sind zwar von der Bedeutung unternehmensinterner Mentoring-Programme überzeugt, nutzen das Angebot jedoch nur marginal. 57 Prozent der Frauen holen sich Ratschläge und Karrieretipps von Familie, gefolgt von Freunden (51 Prozent) und Arbeitskollegen (50 Prozent). Nur 14 Prozent der befragten Frauen besprechen ihre beruflichen Anliegen mit einem formalen Mentor. Das weist auf Defizite in der frauenspezifischen Zielgruppenansprache des Unternehmens-Mentoring hin. „Das Managen von Talenten ist eine der wichtigsten Aufgaben von Unternehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Unternehmen, die die Förderung und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen ernst nehmen, aktualisieren und überprüfen laufend ihre Mentoring-Programme. Zukunftsorientierte Unternehmen setzen bei der Karriereplanung – besonders bei Frauen – nicht nur darauf, entsprechende Positionen anzubieten, sondern vorhandene Fähigkeiten mit neuen Herausforderungen optimal zu verbinden,“ so Schutt. Frauen fordern zu wenig Nur 48 Prozent der Frauen verlangen aktiv nach einer Gehaltserhöhung im Gegensatz zu 56 Prozent der Männer. Auch bei Beförderungen sind weibliche Führungskräfte im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen zurückhaltend. Lediglich 37 Prozent der Frauen sprechen den Wunsch nach einer Beförderung direkt an. Dem gegenüber stehen 42 Prozent der Männer, die dies aktiv einfordern. Österreichische ArbeitnehmerInnen sind noch zurückhaltender: Nur 27 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer haben die Forderung nach der nächsten Karrierestufe geäußert. Technik als Erfolgsfaktor 79 Prozent aller StudienteilnehmerInnen, die sich als „sehr erfolgreich“ charakterisieren, bedienen sich verstärkt neuer Technologien. 70 Prozent der Männer sehen sich als „Early Adaptors“ oder „Innovators“, jedoch nur 58 Prozent der Frauen. 29 Prozent der weiblichen Befragten sind aber der Meinung, dass neue Technologien wichtig sind, halten es aber nicht für notwendig, am aktuellsten Stand der Technik zu sein. „Frauen nützen Technik als notwendiges und unterstützendes Arbeitsinstrument. Männer sehen zusätzlich noch den spielerischen Faktor,“ schließt Schutt aus den Ergebnissen. Nachholbedarf besteht für heimische Unternehmen jedenfalls: Nur 46 Prozent der Frauen in Österreich fühlen sich in ihrem Job sicher und für die wirtschaftlich schwierige Zukunft gerüstet. In Indien und Brasilien blickt man optimistischer in die Zukunft: 61 Prozent der Inderinnen und 59 Prozent der Brasilianerinnen gehen mit Zuversicht in den Berufsalltag. Schwellenländer sind motivierter Der aktuelle internationale Vergleich zeigt, dass österreichische ArbeitnehmerInnen im Gegensatz zu jenen der Schwellenländer weniger gewillt sind, für die Karriere Abstriche zu machen. Während die männlichen und weiblichen Befragten aus Brasilien (77 Prozent), China (77 Prozent) und Indien (69 Prozent) sich aktuell neue Fähigkeiten aneignen bzw. bestehende ausbauen und Herausforderungen positiv annehmen, sind in Österreich nur rund 42 Prozent dazu bereit. - 63 Prozent der MexikanerInnen sind bereit, häufiger neue Herausforderungen und neue Hindernisse für die berufliche Karriere in Kauf zu nehmen. Auf dem zweiten Platz befinden sich ex aequo die ChinesInnen und InderInnen mit jeweils 62 Prozent. Österreich liegt mit nur 30 Prozent weit abgeschlagen am Ende des Feldes.
- Die Bereitschaft, regelmäßig neue Aufgaben und neue Verantwortung zu übernehmen, um auf der Karriereleiter voranzukommen, liegt in Österreich nur bei 56 Prozent. Im Gegensatz dazu sind 87 Prozent der mexikanischen, 83 Prozent der brasilianischen und 82 Prozent der indischen StudienteilnehmerInnen zu diesem Schritt bereit.
- Nur 25 Prozent der ÖsterreicherInnen sind bereit, härter zu arbeiten, um sich von den Kollegen abzusetzen. Platz 1 belegen die ChinesInnen mit 71 Prozent, gefolgt von den MexikanerInnen mit 61 Prozent und den BrasilianierInnen mit 56 Prozent.
Zur Studie: Bereits zum achten Mal hat Accenture, Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister, die Situation der Frau am Arbeitsplatz in einer internationalen Studie erhoben. Ende 2008 wurden mittels Onlineerhebung 3.600 Führungskräfte in 18 Ländern (Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Irland, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Russland, Schweiz, Spanien, Südafrika und den USA) befragt, in Österreich haben sich 200 Entscheidungsträger an der Studie „Untapped Potential: Stretching Toward the Future“ beteiligt. Die seit 2002 durchgeführte Studie wird jährlich im Rahmen des Weltfrauentags präsentiert. Über Accenture Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing- Dienstleister. Das Unternehmen bringt umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ein. So schafft Accenture für seine Kunden nachhaltigen Markterfolg. Das Unternehmen beschäftigt rund 186.000 Mitarbeiter, die in 120 Ländern für unsere Kunden tätig sind, und erwirtschaftete im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2008) einen Nettoumsatz von 23,39 Mrd. US-Dollar. Die Internetadresse lautet www.accenture.at. Weitere Informationen: Accenture Schottenring 16, Börsegebäude 1010 Wien www.accenture.at Mag. Sandra Bauer Tel.: +43 1 20502 33048 Mobil: +43 676 872033048 Studienbestellung: tobias.barz@accenture.com |